Mitmachen statt Wischen

Warum interaktive Bilderbücher ab 2 Jahren oft die bessere Wahl sind als Apps

Ein medienpädagogischer Blick auf zwei Mitmachbücher von Nico Sternbaum

Frühe Mediennutzung – und was Kinder wirklich brauchen

Viele Kinder kommen heute sehr früh mit Tablets, Smartphones oder Spiele-Apps in Kontakt.
Oft mit dem Wunsch, sie zu beschäftigen, zu beruhigen oder spielerisch zu fördern.

Dabei geraten Bücher manchmal in den Hintergrund – obwohl es gerade für Kinder ab etwa zwei Jahren Bilderbücher gibt, die genau das leisten, was viele Apps versprechen:
Interaktion, Beteiligung und Lernen durch eigenes Tun.

Zwei solcher Bücher möchte ich hier gemeinsam vorstellen, weil sie einen ähnlichen Ansatz verfolgen und sich inhaltlich sehr gut ergänzen.

 

Die Bücher im Überblick

📘 Der kleine Hase Upsala – Ich bin noch gar nicht müde!

Der kleine Hase Upsala kann einfach noch nicht einschlafen.
Also macht er sich auf den Weg zu seinen Freunden, um zu schauen, was sie gerade machen – und stellt fest: Auch sie sind noch hellwach.

Das stabile Pappbilderbuch arbeitet mit großen Klappen, die zum Entdecken einladen, und erzählt eine ruhige, kindgerechte Geschichte rund um das Thema Müdigkeit und Einschlafen.
Besonders gut eignet es sich als Teil eines abendlichen Einschlafrituals, da es nicht aufdreht, sondern begleitet.

 

🐰 Such den Osterhasen

In diesem Buch werden Kinder aktiv aufgefordert, mitzumachen:
Das Buch darf gedreht, geschüttelt, bepustet, beklopft oder mit Geräuschen begleitet werden.

Die kleine Geschichte rund um den vielbeschäftigten Osterhasen entfaltet sich erst durch die Handlungen der Kinder.
Bewegung, Humor und Überraschung stehen hier im Vordergrund – ohne digitale Reize, aber mit viel Beteiligung.

 

Warum solche Bücher ab 2 Jahren oft sinnvoller sind als Apps

Gerade im Vergleich zu digitalen Angeboten zeigen interaktive Bilderbücher einige klare Stärken:

  • Spracherwerb
    Sprache entsteht im Dialog: durch Benennen, Nachfragen, Wiederholen und gemeinsames Erzählen.

  • Motorische Entwicklung
    Klappen öffnen, Seiten drehen, Bewegungen nachahmen – echte Handlungen statt Wischbewegungen.

  • Aufmerksamkeit & Selbstregulation
    Kein automatisches Weiterspielen, kein Dauerreiz.
    Das Tempo bestimmen das Kind und die gemeinsame Situation.

  • Beziehung & Bindung
    Diese Bücher funktionieren nicht „nebenbei“, sondern im Miteinander – mit Nähe, Blickkontakt und Austausch.

Diese Bücher ersetzen kein Tablet.
Gerade in diesem Alter machen sie es jedoch oft schlicht überflüssig.

Für Eltern und pädagogische Fachkräfte

Beide Bücher eignen sich besonders gut für:

  • Abend- und Übergangsrituale

  • die Krippe oder Kindertagespflege

  • 1:1-Situationen mit Zeit und Aufmerksamkeit

Sie laden Erwachsene dazu ein, nicht nur vorzulesen, sondern aktiv zu begleiten, mitzuspielen und mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

 

Fazit

Die beiden Bücher zeigen sehr anschaulich, dass Interaktion nicht digital sein muss.
Gerade für Kinder ab etwa zwei Jahren bieten solche Mitmachbücher:

  • echte Beteiligung

  • sprachliche und motorische Förderung

  • und vor allem gemeinsame Zeit

Eine wertvolle Alternative – oder Ergänzung – zu früher Bildschirmnutzung.


Transparenzhinweis

Die beiden vorgestellten Bücher habe ich als Rezensionsexemplare erhalten.
Die Auswahl, Bewertung und Einschätzung der Bücher erfolgte unabhängig und spiegelt meine persönliche sowie fachliche Meinung wider.

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